Maselheim, Warthausen

BürgerEnergiegenossenschaft Riss eG

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"BiberEnergie" geht an den Start

Landkreis Biberach. Viele Verbraucher legen bei Lebensmitteln längst großen Wert auf den Herkunftsnachweis. Den bieten fünf Bürgerenergiegenossenschaften (BEG) im Landkreis Biberach ab sofort auch beim Strombezug. Den symbolischen Start der ‚BiberEnergie‘ am 16. April im Landratsamt wollten sich auch Umweltminister Franz Untersteller und Landrat Dr. Heiko Schmid nicht nehmen lassen.

Eier direkt vom Hühnerhof und Gemüse aus dem Hofladen – warum sollte die regionale Erzeugung und Vermarktung nicht auch beim Strombezug funktionieren? Immer mehr trieb diese Überlegung die ‚Macher‘ bei den Energiegenossenschaften im Raum Biberach um. Neben Attenweiler, Bad Schussenried-Ingoldingen, Laupheim und Schemmerhofen gehört zu den Initiatoren des Projekts die BEG Riss aus Maselheim und Warthausen. Für deren Vorsitzenden, Jürgen Müller, lag der Schritt zur regionalen Marke auf der Hand: „Gerade bei uns gibt es viele Solar- oder Biogasanlagen“, die zum Teil sogar durch das Engagement der Genossenschaften entstanden sind. Mit der ‚BiberEnergie‘ haben die jetzt einen virtuellen Marktplatz geschaffen, auf dem Erzeuger und Verbraucher aus dem Landkreis zusammenkommen. Die technischen Funktionen des Online-Portals stammen von der EnBW, die auch die energiewirtschaftlich notwendigen Prozesse im Hintergrund entwickelt hat und die Abrechnung übernimmt.

Entsprechend angetan von der Initiative im Kreisgebiet ist Landrat Dr. Heiko Schmid: „Der Landkreis Biberach ist seit Jahren in den Bereichen Klimaschutz und Energieeffizienz stark engagiert. Dies wurde jüngst mit der höchst möglichen Zertifizierung international bestätigt – dem European Energy Award in Gold. Ein weiterer Baustein kommt jetzt mit der BiberEnergie hinzu. Globales Denken wird lokal umgesetzt und deshalb begrüße ich die Initiative der Bürgerenergiegenossenschaften aus dem Landkreis Biberach.“

„Der Energiewende kann nichts besseres passieren, als dass sich Menschen vor Ort engagieren und an ihrer Gestaltung mitwirken. Bürgerenergiegenossenschaften sind dafür ein guter Rahmen und BiberEnergie ist ein hervorragendes Beispiel für die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die Energiewende und für deren Teilhabe an der Erzeugung und Nutzung erneuerbaren Stroms. Ich kann mir vorstellen und wünsche mir, dass Projekte wie BiberEnergie Schule machen und Nachahmer finden im Land.“

Drei Fotovoltaikanlagen mit zusammen rund 200 Kilowatt Leistung stehen zu Beginn auf dem Internet-Marktplatz zur Verfügung. Laut Jürgen Müller reicht das für bis zu 60 Durchschnittshaushalte. Mit seinen Kollegen setzt er darauf, dass sich der Charme der regionalen Marke bei den Erzeugern im Landkreis rasch herumspricht. Wozu auch die Garantie beitragen soll, „dass die Erlöse etwas höher als bei den gesetzlichen Einspeisetarifen liegen“. In der Regel sei die ‚BiberEnergie‘ für Anlagen ab etwa 30 Kilowatt attraktiv, nach Auslaufen der sicheren EEG-Vergütung aber auch für kleinere. Interessenten könnten sich generell über das Portal anmelden und würden im Anschluss persönlich zum weiteren Vorgehen beraten. Anhand der im System hinterlegten Postleitzahlen werde sofort festgestellt, ob der Standort auch im Kreisgebiet liege.

Das gilt auch für die Anmeldung von Interessenten an der ‚Stromernte‘ aus dem Landkreis. Die hätten aber die Möglichkeit, „nach wenigen Mausklicks und Eingabe der üblichen Vertragsinformationen zum nächst möglichen Termin Kunde zu werden“. Die BiberEnergie biete faire Preise. Wie bei der Direktvermarktung im Hofladen könne der Käufer nachvollziehen, von welchen Anlagen seine Energie stamme. „Wir haben dafür sogar deren Besitzer mit kleinen Porträts abgebildet“, so Müller. Ob und wie der virtuelle Marktplatz funktioniert, wollte Maselheims Bürgermeister Elmar Braun nach dem gemeinsamen Druck auf den Startknopf sofort testen. Mit Erfolg. Er ist selbst in der BEG Riss engagiert und freut sich jetzt, der erste Kunde der ‚BiberEnergie‘ zu sein. 

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